Manchmal sind die Lebensumstände so schwierig und aussichtslos, dass diese einen so grossen Raum einnehmen, der alles andere verschwinden lässt. Wie z.B. die Freude, die Hoffnung, die Lebenskraft, und manchmal auch die eigene Freiheit.
Ist es ein schleichender Prozess, kann es sein, dass man es lange Zeit gar nicht merkt, wie es einem vereinnahmt und oft sogar knechtet. Man gibt das Beste, opfert sich auf, möchte helfen, stellt sich selbst hinten an. Und doch ist es nie genug.
Wir Menschen können uns sehr gut den Gegebenheiten anpassen, gewöhnen uns an Situationen und programmieren uns und unser System permanent aufs Neue um.
Doch wann ist es genug, um innezuhalten, sich seiner Selbstfürsorge zu widmen und klare Grenzen zu setzen?
Bei mir zieht sich das wie ein roter Faden durch mein Leben hindurch. Wahrnehmen, wenn es dem Gegenüber nicht gut geht und mich selbst automatisch zurücknehmen. Helfen, auch wenn ihnen die Umstände die Möglichkeit gäben, ihre Prozesse zu durchleben. Auffangen, ausgleichen, beraten, schützen und behüten.
Das mag für die anderen beruhigend und hilfreich sein. Es hält sie aber auch ein Stück weit davon ab, selbst für sich zu gehen. Eigene Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen klarzukommen und umzugehen.
Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe und mir eingestehen konnte: Ich bin besser im mich Anpassen und für andere da zu sein, als meine Bedürfnisse zu kennen.
Sobald wir in die Opferrolle kommen und diese vielleicht auch unbewusst ausleben, schmälern wir automatisch unsere Lebenskraft.
Kommen wir nicht in unsere Eigenverantwortung, werden wir uns immer als Opfer der Umstände sehen.
Was geschieht dann? Wir beginnen, uns zu verlieren.
Das Licht in uns, das strahlt und uns innerlich lächeln lässt, das durch unseren Körper fliesst und uns belebt. Die Lichtessenz, die Weisheit in sich trägt.
Es wird gedimmt und wir verlieren den Zugang dazu. Viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie voller Lichtfunken sind.
Ich selbst habe mich durch die doch sehr belastenden Lebensumstände auch immer mehr verloren. Mein inneres Lächeln ist erloschen und Tränen sind ohne sichtlichen äusseren Grund geflossen. Wut, Selbstmitleid, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht wurden dominant, haben die Kontrolle übernommen.
Und nun habe ich die Reissleine gezogen. Ich habe mich getraut, eine Grenze zu setzen, um mich selbst zu schützen. Mich an erste Stelle zu setzen. Nicht aus Egoismus. Nein, einfach, weil ich auch wichtig bin. Meine Belastbarkeit ist ausgeschöpft, meine Gesundheit leidet und letztendlich ist niemandem damit gedient.
In seine Eigenverantwortung zu kommen ist nicht einfach und kann auch Angst auslösen. Oft haben wir es einfach nicht gelernt und sind uns daran gewöhnt, dass andere für uns schauen und uns helfen.
Mensch zu sein ist ein Weg. Mit Höhen und Tiefen. Selten gradlinig und nur friedlich.
Die Vorstellung von und der Anspruch an etwas, wie es zu sein hat, kann oft dazu führen, dass wir uns selbst im Weg stehen.
Ja, aber … !
Das kenne ich auch. Es gibt immer ein Gegenargument oder eine Ausrede.
Schlussendlich liegt es an uns selbst, wie wir mit einer Situation umgehen. Es ist unsere Verantwortung, unser Leben, unser Weg.
Sich seinem Selbst zuzuwenden und sich seiner (Leucht)Kraft bewusst zu werden, ist ein Schritt zur Heilung. Nicht unbedingt im Sinne von dem, was wir als Heilung oder gesund sein definieren. Hier geht es um das Bewusst werden – den Frieden in uns.
Wir haben alles in uns, was wir brauchen. Wir sind ein Wunderwerk der Natur, was wir oft nicht als das sehen oder annehmen können. Wir tragen in uns eine unendliche Kraft, fliessendes Lebenselixier, Licht, göttliches Bewusstsein – oder wie du es auch immer nennen magst.
Je mehr wir uns darauf einlassen, es wahrnehmen, empfangen und annehmen, desto leichter wird es uns fallen von innen heraus zu SEIN. Leuchtend, liebend, lächelnd. Ruhend in uns selbst.
In der inneren Ruhe liegt eine unglaubliche Kraft.
Auch das ist ein Weg und er ist es wert, ihn zu gehen.
Und was ich auch immer wieder erfahren darf: Wenn in uns bereits alles vorhanden ist, müssen wir nichts suchen, sondern dürfen einfach entdecken und empfangen.
So kommt das Lächeln im Innern langsam wieder zurück und verbreitet ein friedvolles und wissendes Gefühl.
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