Weihnachtspost für DICH

Veröffentlicht am 22. Dezember 2025 um 10:15

Wir befinden uns mitten in der Vorweihnachtszeit. Für die einen ist es vielleicht noch einmal sehr stressig vor den Feiertagen und für andere ist es bereits eine ruhige Zeit. In unserer Gegend ist es abends früher dunkel und draussen kühl und neblig.

Die Zeit der Lichter! Überall leuchtet und funkelt es. Ob nun dezent und stilvoll oder Hauptsache bunt und blinkend – jede und jeder wie er mag und Freude daran hat und darin findet.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Da blickt man schon mal zurück auf das, was war.

Ich muss ganz ehrlich gestehen: ICH BIN MÜDE.

Dieses 2025 hatte es in sich. Für mich bedeutete es täglich aufs Neue eine Herausforderung. Ohnmacht, Hilflosigkeit, das Gefühl alleine gelassen und nicht verstanden zu werden, Zusammenrücken in unserer kleinen Wohnung, Lösungssuche, Arztbesuche, der Umzug eines fremden Haushalts (dafür wieder etwas mehr Luft und Privatsphäre), koordinieren, telefonieren, mit Ämtern kommunizieren…
Und gleichzeitig das Aushalten einer unermesslich, kaum vorstellbaren schwierigen Situation mit der Krankheit und dem schweren Verlauf von ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis) unserer 30-jährigen Tochter. Zur Betreuung und Pflege 24/7 kommt noch die emotionale Verbundenheit dazu.

Manchmal ganz schön viel. Und an manchen Tagen einfach zu viel.
Und doch bin ich da. Mit meiner Liebe, meinem Mitgefühl, meiner Empathie.

Und manchmal ist da einfach Wut, Verzweiflung und eine tiefe Traurigkeit. Da fliessen dann immer mal wieder die Tränen. Niemand fühlt sich zuständig, es gibt keine ärztliche Unterstützung und zur Schwere der Krankheit kommt dazu, dass die Reizempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Personen so hoch ist, dass wir gut abwägen müssen, welche Fremdbetreuung hilfreich ist oder alles nur noch verschlimmert.

Es liegt nicht in unseren Händen was hier geschieht und wie es weitergeht. Das Einzige, was mir bleibt, ist die Hoffnung. Was mir immer wieder Kraft gibt, ist der Glaube daran, dass alles seinen Sinn hat, auch wenn er im Moment nicht zu sehen ist.

Was jedoch ganz schwierig ist? Mir in dieser schweren Zeit zu erlauben, auch für mich zu schauen. Meinen Bedürfnissen nachzukommen, mich zu schützen. Das geht stundenweise ganz gut und ich durfte sogar zweimal dieses Jahr für 7 Tage in unser geliebtes casa sunset nach Spanien reisen. Einmal weil mein Mann zuhause übernahm und einmal Dank einer lieben Assistentin (die Vorbereitung war jedoch immens). Doch eine befriedigende Lösung für alle hat sich noch nicht gezeigt.

Also hoffen und träumen wir weiter, dass am Ende alles gut kommt.
Es kommt sowieso so wie es kommt. Doch vielleicht können wir irgendwann zurückschauen und erkennen, was sich dadurch verändern durfte. Welche Herausforderungen uns den Weg gewiesen haben und wozu. Welche Weichen dadurch gestellt wurden.

Im Nachhinein und mit etwas Abstand sieht alles oft ganz anders aus. Doch wenn wir mittendrin stehen, kann es schnell geschehen, dass wir nicht mehr wissen, wie und ob wir da wieder rauskommen werden.

In solchen Momenten besinne ich mich immer wieder auf das Licht in mir. Auf die Liebe, die durch mich fliesst. Ich versuche auch immer wieder, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und das Ganze aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.

Ja, mein Mutterherz blutet.
Ja, mein Menschsein schreit und weint.
Und doch, mein Bewusstsein und der Glaube an das Zusammenspiel im Sinne des grossen Ganzen weiss, dass diese Menschen einen grossen Dienst an die Medizin und schlussendlich auch an die Menschheit erweisen, um irgendwann mit Viren und chronischen Krankheiten besser und verständnisvoller umgehen zu können.

Wir sind immer eingebunden in das Ganze – in das Kollektiv. Alles, was wir tun, beeinflusst was ist und was daraus wird.

Wenn wir leuchten und in uns Frieden herrscht, dann strahlen wir das in unser Umfeld hinein und noch viel weiter. Denn es wird empfangen und auf irgendeine Weise weitergegeben.

Also lass UNS leuchten.

Lass uns in uns immer wieder dieses friedvolle und gesegnete Gefühl erkennen, ausbreiten und ausstrahlen.

Lass uns Licht der Welt schenken.

Damit diejenigen, die es gerade nicht können, durch uns berührt und getröstet werden. Damit in ihnen vielleicht ein wenig Frieden einkehrt und sie in den schwierigen Momenten Liebe spüren und Hoffnung empfinden mögen.


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